Montag, 16. Oktober 2017

Fast jeder zweite Erwerbstätige war in vergangenen Jahren von Lebenskrise betroffen!

Eine Lebenskrise wirkt sich nicht nur auf die Gesundheit aus, sondern auch auf die berufliche Leistungsfähigkeit. In den vergangenen Jahren war rund die Hälfte der Erwerbstätigen von einer solchen Krise betroffen, so das Ergebnis einer AOK-Umfrage.

Viele leiden heute unter Depressionen!
Eine schwere Krankheit, der Tod des Partners oder finanzielle Probleme: Rund die Hälfte der Erwerbstätigen war nach einer AOK-Umfrage in den vergangenen Jahren von einer Lebenskrise betroffen, die sich nicht nur auf die Gesundheit, sondern auch auf die berufliche Leistungsfähigkeit auswirkte. Knapp 59 Prozent berichten von körperlichen und fast 80 Prozent von psychischen Problemen.

Mehr als die Hälfte der Befragten fühlt sich laut der vor kurzen veröffentlichten Umfrage in der eigenen Leistungsfähigkeit eingeschränkt (53 Prozent). Ähnlich viele Menschen geben an, trotz einer durch die Ereignisse bedingten Erkrankung zur Arbeit gegangen zu sein (49 Prozent). Mehr als ein Drittel fühlte sich aufgrund der Krise unzufrieden mit der Arbeit (37 Prozent) oder hat sich häufiger krank gemeldet (34 Prozent). In Österreich sieht es nicht besser aus. ...


Das Alter spielt bei Lebenskrise erhebliche Rolle
Das Wissenschaftliche Institut der AOK (Wido) befragte für seinen Fehlzeitenreport im Januar und Februar dieses Jahres rund 2.000 Erwerbstätige zwischen 16 und 65 Jahren zu Lebenskrisen in den vergangenen fünf Jahren.

Nicht selten wird mit Alkohol oder Drogen kompensiert!
Betroffen waren demnach die Hälfte aller Befragten (52 Prozent). Während die Unterschiede zwischen Männern und Frauen sehr gering sind, ist der Einfluss des Alters erwartungsgemäß erheblich: So berichtet mehr als ein Drittel der Beschäftigten unter 30 Jahren (38 Prozent) über persönliche Krisen, bei den 50- bis 65-Jährigen sind dies schon fast zwei Drittel (knapp 65 Prozent). Das macht schon nachdenklich!

Wird nach dem schlimmsten Ereignis gefragt, wird am häufigsten über schwere Erkrankungen in der Familie berichtet (14 Prozent), dicht gefolgt von belastenden Konflikten im privaten Umfeld (13 Prozent), Trennung (13 Prozent) oder Tod eines Familienangehörigen (10 Prozent). Bereits auf Rang fünf steht mit Mobbing oder Streit am Arbeitsplatz eine das Berufsleben betreffende Krise (9 Prozent).

Eine betriebliche Unterstützung wäre bei Lebenskrisen sehr wichtig
Die Analysen zeigten: Das Unternehmensklima und das Gesundheitsmanagement im Betrieb spielen eine erhebliche Rolle. Rund 42 Prozent der Befragten haben Verständnis und Rücksichtnahme im Unternehmen erfahren, ein Drittel nennt klärende Gespräche mit dem unmittelbaren Vorgesetzten. Flexible Arbeitszeiten oder Teilzeitarbeit werden von jedem Fünften genannt, über eine Freistellung von der Arbeit wie unbezahlter Urlaub und die Vermittlung professioneller Hilfe berichten jeweils zwölf Prozent der Betroffenen.

Immerhin fast ein Fünftel der von einer Lebenskrise Betroffenen gibt allerdings an, keine betriebliche Unterstützung erhalten zu haben (18,5 Prozent). Vor allem kleinere Unternehmen haben der AOK zufolge Nachholbedarf bei Unterstützungsangeboten.

Insgesamt blieb der Krankenstand bei den AOK-Versicherten 2016 im Vergleich zum Vorjahr mit 5,3 Prozent stabil. Damit fehlte jeder Beschäftigte im Durchschnitt 19,4 Tage aufgrund einer ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.

Anm.: Diverse Umfragen der letzten Jahre zeigen ganz deutlich, die Zahl der psychischen Erkrankungen nehmen ständig zu. Was immer mehr auffällt, sind auch Probleme und Ängste die mit den persönlichen Finanzen, Finanzierung der Pension und der unsicheren Weltlage zu tun haben. 
Quelle: AOK/afp, ET,
Quelle Anm.: Eggetsberger-Info-Team
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